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UK-Ausfuhr · Dover–Calais

Zoll Dover–Calais: Ausfuhr aus Großbritannien per LKW nach Frankreich und in die EU

Wer einen LKW aus einem britischen Lager über Dover oder den Eurotunnel nach Frankreich – oder weiter nach Deutschland – schickt, braucht vor der Abfahrt eine britische Ausfuhranmeldung, eine GMR aus GVMS und auf EU-Seite eine ENS (summarische Eingangsanmeldung / Sicherheitsanmeldung) in ICS2. Dieser Leitfaden zeigt, wo welche Referenz tatsächlich geprüft wird, warum in Calais niemand eine GMR liest, welche Zollstellennummern (GB000060, FR620001) in die Anmeldung gehören und wann ein T1-Versandverfahren nötig ist.

Dieser Leitfaden behandelt die Richtung UK → EU; für Ausfuhren aus der EU nach UK gelten andere Anmeldungen.

Redaktion: easyclearance.pl-Team. Stand: 3. September 2026.

Kurz zusammengefasst

easyclearance.pl ist ein Zolldienstleister auf britischer Seite (GB). Bei Transporten UK → Frankreich über Dover–Calais übernehmen wir ausschließlich die britische Seite: die Ausfuhranmeldung im Customs Declaration Service (CDS), die GB-EORI, GVMS und die GMR, gegebenenfalls die EXS (Exit Summary Declaration, summarische Ausgangsanmeldung) sowie die Eröffnung eines T1-Versandverfahrens, wenn die Ladung über Frankreich hinaus fährt – etwa nach Deutschland oder Polen. Die französische Seite (ENS in ICS2, EU-Einfuhranmeldung, französische EORI, douane) erledigt ein Zollagent in Frankreich oder die Spedition.

  • Grundregel: Die GMR muss erstellt sein, bevor der LKW das Abfertigungstor an der Fähre oder am Eurotunnel erreicht. Ohne GMR in Dover kein Check-in und keine Verladung (Fähre bzw. Shuttle).
  • EORI: Für die britische Ausfuhranmeldung ist eine EORI mit „GB“ erforderlich – eine EU-EORI allein genügt dafür in der Regel nicht.
  • Preise: Aktuelle Preise für Ausfuhrabfertigung, T1 und EXS/GMR stehen ausschließlich auf der Preisseite (EN).

Warum Dover–Calais die wichtigste LKW-Route zwischen UK und Kontinent ist

Der Korridor Dover ↔ Calais bildet zusammen mit dem Eurotunnel Folkestone ↔ Coquelles und der Fähre Dover ↔ Dünkirchen eine der verkehrsreichsten RoRo-Strecken Europas; Fähren und Shuttles verkehren in dichter Taktung.

Seit dem Brexit (1. Januar 2021) hat sich die Strecke grundlegend verändert: Die Sevington Inland Border Facility (bei Ashford) dient vor allem der Kontrolle von Einfuhren nach UK. Port of Dover sowie DFDS, P&O und Irish Ferries sind vollständig an GVMS (Goods Vehicle Movement Service) angebunden. Mit vorab abgegebener Anmeldung und GMR dauern Check-in und Verladung 15–45 Minuten – ohne sie gibt es keine Verladung.

Ablauf der UK-Ausfuhr über Dover–Calais in 8 Schritten

Typischer Ablauf für eine Komplettladung aus einem britischen Lager (z. B. Birmingham) an einen gewerblichen Empfänger in Frankreich – Nicht-SPS-Ware wie Kfz-Teile, Elektronik oder Textilien:

  1. Auftrag und Handelsdokumente. Der britische Ausführer erstellt Handelsrechnung und Packliste mit vollständigen Angaben zu Versender und Empfänger, EORI-Nummern (GB auf britischer Seite, eine EU-EORI auf EU-Seite), Warenbeschreibung, HS-Codes, Wert, Gewicht und Incoterms (typisch DAP, FCA oder CPT).
  2. Auftrag an den britischen Zolldienstleister. Spedition oder Ausführer senden Rechnung, Packliste, CMR, GB-EORI, Fahrzeugdaten (Kennzeichen von Zugmaschine und Auflieger) und den Fahrplan (Hafen, Fähre, Uhrzeit).
  3. Ausfuhranmeldung im CDS. Die Ausfuhranmeldung wird im Customs Declaration Service von HMRC abgegeben. Ergebnis ist eine MRN (Movement Reference Number) als elektronischer Nachweis, dass die Ware für die Ausfuhr aus Großbritannien freigegeben wurde.
  4. EXS – Exit Summary Declaration. Bei den meisten Sendungen in die EU sind die EXS-Daten automatisch in der Ausfuhranmeldung enthalten. Eine eigenständige EXS ist nur nötig, wenn Ware das Vereinigte Königreich ohne Ausfuhranmeldung verlässt (z. B. Wiederausfuhr, leere Container, bestimmte Versandfälle).
  5. GVMS und GMR. In GVMS wird die GMR (Goods Movement Reference) erstellt. Sie verknüpft die Ausfuhr-MRN, die Fahrzeugdaten und die gebuchte Überfahrt.
  6. Französische Seite – ICS2/ENS. Nicht Teil unserer Leistung: Ein Zollagent in Frankreich (oder der Beförderer) gibt die ENS in ICS2 ab und die Einfuhranmeldung im französischen System DELTA (douane.gouv.fr).
  7. Check-in und Verladung (Fähre bzw. Shuttle). Der Fahrer kommt in Dover oder Folkestone an, die GMR wird am Tor geprüft und das Fahrzeug zur Fähre oder zum Shuttle geleitet. Wird die Ladung zur Kontrolle ausgesteuert („routed“), erhalten Sie vom Betreiber bzw. der Behörde eine Anweisung zum weiteren Vorgehen; bei „cleared“ geht es direkt an Bord.
  8. Ankunft in Calais/Dünkirchen und Zustellung. Nach dem Entladen von der Fähre passiert der LKW die französischen Kontrollen (PCF – Poste de Contrôle Frontalier), meist automatisch über die grüne Spur. Die französische Einfuhrabfertigung ist in der Regel schon vor Ankunft erledigt. Calais → Paris: rund 3 Stunden über A16/A1.

Wer macht was: britische Seite und französische Seite

Die häufigste Frage lautet: Erledigt ein britischer Zolldienstleister alles vom Lager in UK bis zum Empfänger in Frankreich? Nein – jede Rechtsordnung hat eigene Systeme, und Zollvertreter müssen im jeweiligen Land zugelassen sein. Die britische Seite übernehmen wir, die französische Seite ein Zollagent in Frankreich oder Ihre Spedition.

AufgabeUK-Seite (easyclearance.pl)FR-Seite (französischer Agent / Spedition)
UK-Ausfuhranmeldung (CDS) und Ausfuhr-MRNJa–
GB-EORI (Prüfung / Hilfe bei Registrierung)Ja–
EXS (Exit Summary Declaration) UKJa, falls erforderlich–
GVMS / GMRJa–
T1-Versand – Eröffnung in UKJa (wenn die Ladung über Frankreich hinaus fährt)–
T1-Versand – Beendigung (Erledigung)Nein – Partner im Bestimmungslandbei Bestimmung Frankreich: französischer Agent
ENS / ICS2 (EU-Sicherheitsanmeldung)Nein – Pflicht des Beförderers / FR-AgentenJa
FR-Einfuhranmeldung (DELTA / DELTA-G)NeinJa
Französische EORI und französische USt-IdNr.NeinJa
Einfuhrumsatzsteuer/Zoll in Frankreich zahlenNeinJa (oder der Ausführer hat eine FR-USt-Registrierung)

Wer noch keinen Zollagenten in Frankreich hat, kann von uns Kontakte zu Partnern erhalten. Die Vollmacht für die Zollvertretung (représentation en douane) schließt der Ausführer aber direkt mit dem französischen Agenten ab.

Checkliste: Unterlagen für die britische Ausfuhranmeldung

Diese Mindestangaben werden für die Ausfuhranmeldung im CDS und die GMR benötigt. Je früher alles vollständig vorliegt, desto reibungsloser verlässt der LKW Dover.

  • Handelsrechnung – Versender und Empfänger, Rechnungsnummer, Datum, Warenbeschreibung, HS-Code (mindestens 6 Stellen; das CDS verlangt je nach Ware 8–10 Stellen), Wert in GBP oder EUR, Währung, Incoterms 2020 (z. B. DAP Paris, FCA Birmingham). Mehr dazu: Handelsrechnung für UK-Sendungen und HS-Code und Warennummer.
  • Packliste – Anzahl und Art der Packstücke (Paletten, Kartons, Kisten), Brutto- und Nettogewicht, Maße, Markierungen.
  • CMR-Frachtbrief – Felder 1–16 ausgefüllt, Unterschrift des Absenders.
  • GB-EORI – Kennung aus „GB“ plus 12 Ziffern (z. B. GB123456789000). Registrierung kostenlos über gov.uk/eori (Englisch); laut gov.uk meist sofort, bei zusätzlichen Prüfungen durch HMRC bis zu 5 Arbeitstage. Siehe auch: EORI-Nummer beantragen und verwenden.
  • Fahrzeugdaten – Kennzeichen von Zugmaschine und Auflieger, Name des Fahrers (für GVMS).
  • CPC (Customs Procedure Code) – Standardausfuhr: 1000, Wiederausfuhr: 3151, passive Veredelung: 2100.
  • Genehmigungen und Nachweise (falls zutreffend) – Dual-Use-Genehmigungen (OGEL/SIEL), Ausfuhrgenehmigung für Rüstungsgüter, Erklärung zum Ursprung auf der Rechnung für die Präferenz nach dem Handels- und Kooperationsabkommen UK–EU (TCA; EUR.1 wird hier nicht verwendet – siehe Zollpräferenzen nach dem TCA), EX-A bei passiver Veredelung.
  • Fahrplan – Betreiber (DFDS / P&O / Irish Ferries / Eurotunnel), Abfahrtszeit, Route.

Nach der Bearbeitung erhalten Sie die Ausfuhr-MRN (als Kopie für den Fahrer, meist PDF oder Barcode) und die GMR, die der Fahrer am Tor vorzeigt bzw. in der HMRC-App „Check an HGV“ einträgt. Was die MRN genau bedeutet, erklärt MRN im UK-Zollverfahren.

ENS und ICS2 auf französischer Seite: wer, wann, welche Fristen

ICS2 (Import Control System 2, das Vorab-Sicherheitssystem der EU) wurde schrittweise eingeführt – und weil noch viele Hinweise aus 2021 kursieren, sind die Daten wichtig: Luftfracht kam mit Release 2 ab dem 1. März 2023, See- und Binnenschifffahrt mit Release 3 ab dem 3. Juni 2024 (Anschlussfenster bis 4. Dezember 2024), Straße und Schiene am 1. April 2025. Die Übergangsphase endete am 1. September 2025; seitdem ist ICS2 nach Angaben der EU-Kommission in allen Mitgliedstaaten für alle Verkehrsträger voll in Betrieb. Befristete Ausnahmen einzelner Mitgliedstaaten liefen am 1. Juni 2026 aus: Ab diesem Datum sollen alle Sendungen, die in die EU gelangen, eine gültige ENS haben.

Frankreich hatte eine nationale Verlängerung genutzt: Straßen-, Schienen- und kombinierte Verkehre über Frankreich durften Sicherheitsanmeldungen bis zum 31. Dezember 2025 noch im alten ICS1 abgeben, wenn der Beteiligte noch nicht bereit war. Dieses Fenster ist geschlossen. Für einen LKW, der heute in Dover oder Folkestone an Bord geht, gehört die ENS (Entry Summary Declaration) in ICS2. Rechtlich muss sie vor der Ankunft an der EU-Außengrenze vorliegen; Fähr- und Tunnelbetreiber verlangen sie in der Praxis schon vor der Verladung.

Wer ist verantwortlich? Nach Artikel 127 des Zollkodex der Union (UZK) der Beförderer, also der Betreiber des Beförderungsmittels, das in die EU einfährt. In der RoRo-Praxis:

  • Fähre: Der Fährbetreiber (DFDS, P&O, Irish Ferries) überträgt die ENS-Pflicht in der Regel auf das Transportunternehmen bzw. dessen französischen Zollagenten.
  • Eurotunnel: Getlink betreibt ein eigenes Vorab-System, an das der französische Agent die ENS „anhängt“.

Fristen: Die ENS muss vor der Ankunft an der EU-Außengrenze in ICS2 vorliegen; Fähr- und Tunnelbetreiber verlangen sie in der Praxis bereits vor der Verladung (Vorgaben des Betreibers erfragen). ICS2 führt eine Risikoanalyse durch und antwortet mit „Accepted“, „Do Not Load“ (selten) oder „Request for Info“. Die ENS geben wir nicht in französische Systeme ein; das übernimmt ein Zollagent in Frankreich oder der Beförderer. Mehr zur ENS: ENS-Anmeldung erklärt (EN).

GVMS und GMR bei der Ausfuhr: so funktioniert es

GVMS (Goods Vehicle Movement Service) ist das britische System, das alle Zollanmeldungen (Ausfuhr, T1, EXS) einer Fahrzeugbewegung bündelt. Die GMR (GMR-Nummer, Goods Movement Reference) ist die eindeutige Kennung dieser Bewegung – ein Barcode, den der Fahrer am Hafentor vorlegt.

  1. Wir oder der Ausführer melden uns in GVMS an (Voraussetzung: Registrierung mit GB-EORI).
  2. Die GMR wird angelegt mit Ausfuhr-MRN, Kennzeichen von Zugmaschine und Auflieger, Betreiber (Fähre/Tunnel) sowie Datum und Uhrzeit.
  3. GVMS verknüpft die Angaben und erzeugt die GMR.
  4. Der Fahrer erhält die GMR (SMS, E-Mail, PDF) und legt sie in Dover bzw. Folkestone vor.
  5. Am automatisierten Tor werden Kennzeichen und GMR abgeglichen – grün „Cleared“ oder rot „zur Kontrolle“.

Liegen alle Daten vor, dauert das Erstellen einer GMR etwa 5–15 Minuten. Bewährt hat sich, die GMR mindestens 1 Stunde vor Abfahrt zu erstellen. Bis zur tatsächlichen Verladung lässt sie sich noch ändern (z. B. andere Abfahrtszeit), danach wird der Datensatz gesperrt. Ausführliche Anleitungen: Was ist eine GMR in GVMS? (EN) und GMR Schritt für Schritt erstellen (EN).

Zollkontrolle Dover–Calais: Wo wird die GMR geprüft – und warum nicht in Calais?

Kurz: Die GMR wird einmal auf britischer Seite geprüft, und zwar vom Fähr- oder Shuttlebetreiber am Abgangshafen. Frankreich sieht sie nie. Eine „GMR-Kontrolle in Calais“ gibt es nicht, weil die französische Grenze keine GMR liest – sie liest Ihr Kennzeichen.

Auf britischer Seite. GOV.UK beschreibt die Reihenfolge eindeutig: Die GMR wird am Abgangshafen vorgelegt; wie, legt der Beförderer an diesem Hafen fest. Der Beförderer lässt die Verladung zu, wenn die GMR gültig ist. Das ist die gesamte Prüfung – eine Entscheidung des Beförderers beim Check-in, kein Schalter der Border Force.

Eine GMR kann man nicht selbst nachschlagen. HMRC stellt zwar einen GMR-Prüfdienst bereit, aber keine öffentliche Abfrageseite: Er richtet sich an Beförderer, die die Carrier-API angebunden haben. Der Beförderer übermittelt die GMR zusammen mit dem Fahrzeugkennzeichen (begleiteter Transport) bzw. der Auflieger- oder Containernummer (unbegleiteter Transport). Ist die Referenz ungültig, muss er dem Transportunternehmen mitteilen, dass die Verladung erst mit korrekten Angaben möglich ist. Ihre eigene GMR prüfen Sie, indem Sie sie in GVMS öffnen.

In umgekehrter Richtung (EU → GB) gibt es einen zweiten Kontrollpunkt, den es bei der Ausfuhr nicht gibt: Nach der Ankunft prüft man über den Inspection Notification Service, ob die Ware angehalten wird. Bei Ankünften in Dover und am Eurotunnel kann das die Anweisung bedeuten, eine Inland Border Facility anzufahren; die Ware muss dort im gleichen Zustand ankommen wie bei der Einfuhr. Für Verstöße sieht HMRC eine Strafe von bis zu £2,500 vor.

Auf französischer Seite gibt es keine GMR, sondern die „Smart Border“. Der französische Zoll betreibt im Raum Calais und an den Ein- und Ausgangsstellen am Ärmelkanal und an der Nordsee ein kennzeichenbasiertes System. Der Beförderer gibt Zoll- bzw. Versandanmeldungen vorab ab und erhält einen Barcode, den der Fahrer mitführt; dieser verknüpft das LKW-Kennzeichen mit den Anmeldungen. Bei der Ankunft wird das Fahrzeug je nach Status automatisch auf die grüne Spur (ohne Halt) oder die orange Spur (Kontrollbereich) geleitet. Die GMR spielt dabei keine Rolle. Wird Ihre Ladung in Calais angehalten, liegt die Ursache in der französischen Anmeldung oder der Versandanmeldung, nicht in GVMS – siehe GVMS, GMR, ENS und EXS im Vergleich (EN).

Zollstelle Calais und Dover: Nummern GB000060 und FR620001

Zwei Codes decken fast jede Versandbewegung über Dover–Calais ab – und werden am häufigsten im falschen Feld eingetragen. Der britische Code ist GB000060, der französische für Hafen und Tunnel FR620001.

CodeZollstelleFunktionHinweise
GB000060Dover / Folkestone / Eurotunnel FreightAbgangs-, Bestimmungs-, Durchgangs- und ZwischenfallstelleHauptstelle, rund um die Uhr an 7 Tagen geöffnet. Dover Western Docks Freight Clearance Centre, Lord Warden Square, Dover CT17 9DN. Auch die Sevington Inland Border Facility (Ashford TN25 6GE) und Stop 24 an den Folkestone Services laufen unter demselben Code.
FR620001Calais Port / TunnelDurchgangszollstelle (Brexit)Gilt für den Fährhafen und das Eurotunnel-Terminal in Coquelles.
FR590001Dunkerque FerryDurchgangszollstelle (Brexit)Bei Überfahrt Dover ↔ Dünkirchen statt Dover ↔ Calais.

Der französische Zoll veröffentlicht die vollständige Liste der Brexit-Durchgangszollstellen: Dunkerque Ferry (FR590001), Calais Port/Tunnel (FR620001), Rouen (FR003920), Caen (FR000720), Le Havre Port CREPS (FRD02300), Cherbourg (FR000950), Saint-Malo (FR004060) und Brest Bureau (FR000690).

Drei Regeln gehören zu diesen Codes – jede beschreibt einen typischen Fehler aus der Praxis:

  1. Die Durchgangszollstelle liegt im Gebiet, in das Sie einfahren, nicht in dem, das Sie verlassen. Seit Großbritannien Vertragspartei des Übereinkommens über ein gemeinsames Versandverfahren ist, wird bei einer Versandbewegung von Großbritannien nach oder durch Frankreich eine französische Durchgangszollstelle angegeben. In umgekehrter Richtung (EU-Mitgliedstaat → UK) ist es eine GB-Zollstelle. GB000060 als Durchgangszollstelle bei GB → FR ist die klassische Verwechslung.
  2. Nur eine Durchgangszollstelle für den Eintritt in die Union angeben. Der französische Zoll stellt klar: Für den Eintritt in das Zollgebiet der Union aus dem Vereinigten Königreich ist nur eine Durchgangszollstelle anzugeben. Alle möglichen Häfen aufzulisten, ist keine Absicherung, sondern ein Fehler.
  3. Ein Fehler ist nicht fatal. Weicht die angemeldete Durchgangszollstelle von der tatsächlich genutzten ab, wird der geänderte Grenzübergang über die Smart Border automatisch in Delta T erfasst – hilfreich, wenn eine Überfahrt kurzfristig von Calais nach Dünkirchen umgebucht wird.

Ein praktischer Hinweis aus derselben französischen Anleitung für Fahrer: Beim Einschiffen in UK gleicht das Personal von Fähre oder Kanaltunnel das Kennzeichen mit dem Versandbegleitdokument (VBD/TAD) ab. Das britische Ausfuhrdokument sollte dabei nicht gescannt werden, weil das die Überfahrt verzögern kann. Wie Durchgangszollstelle und Versandsicherheit zusammenhängen, erklärt Office of Transit und Sicherheitsleistung (EN).

T1-Versandverfahren: wann es bei UK → Frankreich oder Deutschland nötig ist

Das T1-Verfahren (Unionsversand / Übereinkommen über ein gemeinsames Versandverfahren) setzt Zoll und Einfuhrumsatzsteuer während der Beförderung durch die Vertragsstaaten aus. Nicht jede Bewegung UK → FR braucht ein T1 – meist genügen UK-Ausfuhr und FR-Einfuhr. Ein T1 kommt in Betracht (bzw. ist nötig), wenn die Einfuhrabfertigung nicht in Frankreich, sondern erst im Bestimmungsland oder im Inland erfolgen soll – zwei typische Fälle bei Sendungen aus England:

  1. Die Ladung fährt über Frankreich hinaus und soll erst im Bestimmungsland eingeführt werden – etwa UK → Deutschland oder UK → Polen über FR, oder UK → Italien über FR. Das T1 wird in UK eröffnet (das übernehmen wir), läuft ohne Einfuhrabfertigung durch Frankreich und wird im Bestimmungsland beendet.
  2. Die französische Einfuhrabfertigung findet im Landesinneren statt, nicht in Calais – z. B. in einem Zolllager in Paris oder Lyon. Das T1 bringt die Ware dann von der Grenze zur Bestimmungszollstelle im Inland (bureau de destination).

Für die klassische Lieferung an einen Empfänger in Frankreich (ohne Weitertransport, Einfuhr in Calais oder grenznah) ist kein T1 erforderlich. Der Preis für ein in UK eröffnetes T1 steht auf der Preisseite (EN); er umfasst die Eröffnung in UK und die Zusammenarbeit mit dem Partner, der das T1 im Bestimmungsland beendet. Für das T1 ist zudem eine Sicherheitsleistung erforderlich, deren Höhe sich u. a. am Warenwert und den möglichen Abgaben orientiert. Details: T1-Versand aus UK (EN).

Sonderfälle: SPS-Waren und Dual-Use-Güter

SPS-Waren (sanitäre und phytosanitäre Kontrollen, d. h. veterinär- und pflanzenschutzrechtliche Kontrollen) und Erzeugnisse tierischen Ursprungs (POAO) unterliegen zusätzlichen Kontrollen: Fleisch, Milchprodukte, Fisch, Eier, Honig, lebende Pflanzen, Holz, Setzlinge. Erforderlich sind ein Export Health Certificate (unterzeichnet von einem amtlichen Tierarzt), eine Vorabmeldung in TRACES-NT und die Anmeldung bei der Grenzkontrollstelle (BCP/GKS) in Frankreich (die BCP Calais arbeitet für POAO rund um die Uhr). Dual-Use-Güter (z. B. Verschlüsselungselektronik, Luftfahrtkomponenten, Chemikalien) benötigen eine Genehmigung des Department for Business and Trade. Kulturgüter, Kunstwerke, Waffen und Munition erfordern eine vollständige Ausfuhrgenehmigung. Im Zweifel sprechen Sie uns vor dem Verladen an.

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Keine GB-EORI beim Ausführer. Ein EU-Unternehmen mit Lager in UK geht davon aus, seine EU-EORI reiche aus. In der Regel falsch: Die britische Ausfuhranmeldung verlangt üblicherweise eine GB-EORI. Die Registrierung ist kostenlos (gov.uk/eori, Englisch), kann aber bei zusätzlichen Prüfungen durch HMRC bis zu 5 Arbeitstage dauern – also vor der ersten Sendung beantragen.
  • Falscher HS-Code. Der Code bestimmt den Zollsatz in Frankreich, Genehmigungspflichten und Kontrollen. Ein Fehler kann hohe Mehrabgaben auslösen oder die Ladung blockieren. Lassen Sie die Einreihung vor der ersten Sendung prüfen.
  • GMR in letzter Minute. Der Fahrer steht in Dover, die GMR fehlt noch, der Betreiber verweigert den Check-in. Für einen neuen Slot kann der Betreiber eine Gebühr verlangen – erfragen Sie sie beim Fährbetreiber, dazu kommen 1–3 Stunden Wartezeit auf die nächste Abfahrt. Daher: GMR mindestens 1 Stunde vor Abfahrt, besser 2–3 Stunden.
  • Unklare Incoterms. Eine Rechnung „EXW Birmingham“ bedeutet, dass der Käufer in Frankreich für die UK-Ausfuhr und den gesamten Transport verantwortlich ist. Weiß der britische Ausführer das nicht, gibt er womöglich eine Ausfuhranmeldung ab, die nicht zum Vertrag passt – später folgt eine Umsatzsteuer-Korrektur durch die französische Finanzverwaltung. Incoterms 2020 schriftlich vereinbaren; siehe Incoterms 2020 im UK-Handel.
  • ENS und EXS verwechseln. ENS = Sicherheitsanmeldung beim Eingang in die EU (französische Seite). EXS = Sicherheitsanmeldung beim Ausgang aus UK (britische Seite, meist in der Ausfuhranmeldung enthalten).

Häufige Fragen zur Zollabfertigung Dover–Calais

Brauche ich als EU-Unternehmen mit Lager in UK eine GB-EORI?

In der Regel ja. Die britische Ausfuhranmeldung verlangt üblicherweise eine GB-EORI; eine EU-EORI allein genügt dafür in der Regel nicht (Details und Ausnahmen: gov.uk/eori). Ist Ihr Unternehmen in UK eingetragen (Ltd) oder hat es eine britische Niederlassung, registrieren Sie die GB-EORI für diese Einheit. Die Registrierung ist kostenlos; nach Angaben von gov.uk wird die GB-EORI meist sofort erteilt, sind zusätzliche Prüfungen durch HMRC nötig, kann es bis zu 5 Arbeitstage dauern (bitte dort prüfen). Die EU-EORI wird bei der Einfuhrabfertigung in der EU relevant.

Wird die GMR in Calais kontrolliert?

Nein. Die GMR wird nur auf britischer Seite vom Fähr- oder Shuttlebetreiber am Abgangshafen geprüft. Die französische Smart Border liest das Kennzeichen und den Barcode der vorab abgegebenen französischen Zoll- oder Versandanmeldungen. Wird ein LKW in Calais angehalten, liegt die Ursache dort, nicht in GVMS.

Welche Zollstellennummer hat Calais?

FR620001 – Calais Port/Tunnel, zuständig für den Fährhafen und das Eurotunnel-Terminal. Bei einer Versandbewegung aus Großbritannien nach oder durch Frankreich ist sie die Durchgangszollstelle. GB000060 (Dover/Folkestone/Eurotunnel Freight, rund um die Uhr geöffnet) ist bei derselben Bewegung die Abgangszollstelle. Bei Dover ↔ Dünkirchen gilt FR590001. Für den Eintritt in die Union nur eine Durchgangszollstelle angeben. Für Ausfuhren aus der EU nach UK (Richtung DE → GB) gelten andere Angaben; maßgeblich sind dort die Hinweise des deutschen Zolls (zoll.de/ATLAS).

Wer gibt die ENS bei Dover–Calais ab?

Der Beförderer oder ein Zollagent in Frankreich – nicht der britische Zolldienstleister. In der Praxis überträgt der Fähr- bzw. Eurotunnel-Betreiber die Pflicht auf das Transportunternehmen, oder Ihr französischer Agent gibt die ENS zusammen mit der FR-Einfuhranmeldung ab. Sie muss vor der Ankunft an der EU-Außengrenze in ICS2 vorliegen; in der Praxis verlangen die Betreiber sie bereits vor der Verladung.

Brauche ich ein T1, wenn die Ware von England nach Deutschland fährt?

Wenn die Einfuhrabfertigung erst in Deutschland (oder einem anderen Bestimmungsland) erfolgen soll: ja. Dann wird das T1 in UK eröffnet, läuft ohne Einfuhrabfertigung durch Frankreich und wird im Bestimmungsland beendet. Wird die Ware bereits in Frankreich eingeführt, genügen UK-Ausfuhr und FR-Einfuhr; die Weiterbeförderung nach Deutschland erfolgt dann nicht mehr im Versandverfahren.

Was passiert, wenn der Fahrer ohne GMR in Dover ankommt?

Ohne GMR keine Verladung: Die automatisierten Tore des Port of Dover und der Betreiber lassen das Fahrzeug nicht durch. Der Fahrer wird zurückgeschickt, die GMR muss erstellt und ein neuer Slot gebucht werden; das bedeutet mindestens 1–3 Stunden Verzögerung, in Spitzenzeiten deutlich mehr.

Wie lange dauert die Ausfuhrabfertigung in Dover?

Die Abgabe der Ausfuhranmeldung im CDS dauert nach Eingang der vollständigen Unterlagen 15–45 Minuten, die GMR weitere 5–15 Minuten. Am Tor selbst dauern GMR-Prüfung, Check-in und Verladung 15–45 Minuten (Nicht-SPS-Ware). Das sind Erfahrungswerte, keine Zusagen.

Rechtlicher Stand

Britische Ausfuhranmeldungen werden im CDS (Customs Declaration Service) abgegeben. ICS2 Release 3 gilt für Straße und Schiene seit dem 1. April 2025, die Übergangsphase endete am 1. September 2025 (die französische Verlängerung bis 31. Dezember 2025 ist abgelaufen). Seit dem 1. Juni 2026 sollen alle Sendungen in die EU eine gültige ENS haben. Die Grenze Dover–Calais arbeitet seit Januar 2021 im vollständigen Post-Brexit-Regime. Das BTOM (Border Target Operating Model) betrifft vor allem Einfuhren nach UK – für Ausfuhren UK → FR sind GVMS, CDS und das französische ICS2 entscheidend. Stand: September 2026.

Offizielle Quellen

Weiterlesen

UK-Ausfuhr nach Frankreich vorbereiten

Senden Sie uns Rechnung, Packliste, CMR und GB-EORI sowie Route und geplante Überfahrt. Wir übernehmen die britische Seite – Ausfuhranmeldung, EXS und GMR – für Abfahrten über Dover, Folkestone (Eurotunnel) und andere britische RoRo-Häfen – auch bei Überfahrten nach Dünkirchen. Anfragen richten Sie über die Kontaktseite (EN) oder telefonisch unter +44 7404 091503.

Stand der Informationen: September 2026. Keine verbindliche Auskunft einer Zollbehörde.

Hinweis: Die Informationen dienen der allgemeinen und operativen Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Zollverfahren und Abgabensätze können sich ändern – prüfen Sie stets die aktuellen Vorgaben von HMRC, DEFRA, der Europäischen Kommission und des französischen Zolls.

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