Zollbegriffe · Vereinigtes Königreich
Verfahrenscode in der Zollanmeldung: CPC im britischen CDS erklärt
Der Verfahrenscode in der Zollanmeldung – im Vereinigten Königreich CPC (Customs Procedure Code) genannt – teilt dem Zoll mit, welches Verfahren für die Ware gilt: zum Beispiel die normale Einfuhr, die Ausfuhr oder ein Verfahren mit Abgabenbefreiung. Ein falscher Code kann dazu führen, dass die Anmeldung abgelehnt wird, Abgaben falsch berechnet werden oder eine zollrechtliche Vereinfachung verloren geht. In der Praxis muss der Code sowohl zum geschäftlichen Zweck der Sendung als auch zum tatsächlich genutzten Zollweg passen.
Redaktion: easyclearance.pl (EN). Deutsche Fassung der englischen Ausgangsseite (Originalfassung veröffentlicht am 18. Februar 2026, aktualisiert am 4. März 2026). Die Angaben zu Verfahrenscode 1040 wurden im Oktober 2026 auf GOV.UK geprüft; übrige Angaben nach Stand der englischen Ausgangsseite (4. März 2026).
Was ist ein Verfahrenscode in der Zollanmeldung?
Der Verfahrenscode beschreibt, was Sie mit der Ware vorhaben. Sowohl in der EU (also auch in Deutschland, Österreich und Polen) als auch im britischen Customs Declaration Service (CDS) besteht er aus zwei Teilen:
- einem vierstelligen Verfahrenscode im Datenelement 1/10, zum Beispiel 4000,
- einem dreistelligen zusätzlichen Verfahrenscode im Datenelement 1/11, zum Beispiel 000.
Die ersten beiden Ziffern des vierstelligen Codes nennen das beantragte Verfahren, die letzten beiden das vorangegangene Verfahren. Das frühere britische System CHIEF, das durch CDS ersetzt wurde, arbeitete dagegen mit einem einzigen siebenstelligen CPC. Mehr zum Systemwechsel lesen Sie unter CDS statt CHIEF.
Verfahrenscode Zoll: die wichtigsten Codes in der EU
- 10 00 – endgültige Ausfuhr.
- 40 00 – Überlassung zum zollrechtlich freien Verkehr (Einfuhr mit Zahlung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer).
- 42 00 – Einfuhr mit Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer (bei anschließender innergemeinschaftlicher Lieferung).
Verfahrenscode 4000: normale Einfuhr in den freien Verkehr
4000 ist der Code für die Standardeinfuhr: Die Ware wird in den freien Verkehr überlassen, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer werden fällig. Im britischen CDS fallen bei der Einfuhr Zoll und die britische Einfuhr-Mehrwertsteuer (import VAT) an; dort wird derselbe vierstellige Code mit dem zusätzlichen Verfahrenscode kombiniert, etwa als 40 00 000.
Gerade hier passieren teure Fehler: Wer „40 00“ (normale Einfuhr) angibt, obwohl die Befreiung für Rückwaren (Returned Goods Relief) genutzt werden soll, zahlt unnötig Zoll. Hintergründe dazu finden Sie im Beitrag Rückwaren aus UK.
Verfahrenscode Ausfuhr: 1000 und 1040
Ausfuhr aus der EU: 10 00. Ausfuhr aus dem Vereinigten Königreich (CDS): u. a. 1040. Die beiden Codes gehören zu unterschiedlichen Anmeldesystemen. Auf der EU-Seite steht 10 00 für die endgültige Ausfuhr. In den britischen CDS-Listen ist die endgültige Ausfuhr unter „Requested Procedure 10“ zusammengefasst. Dort führt GOV.UK den Code 1040, der für die endgültige Ausfuhr von Unionswaren oder Waren im freien Verkehr verwendet werden kann. Für 1040 nennt GOV.UK eine Reihe zulässiger zusätzlicher Verfahrenscodes, darunter den nationalen Code 000.
Wichtig für Versender aus Deutschland und Österreich: 1040 gehört zu den britischen Ausfuhranmeldungen im CDS. Für Ihre eigene EU-Ausfuhranmeldung gilt die Codeliste Ihres Mitgliedstaats. Prüfen Sie den Code deshalb immer in der Liste des Landes, in dem die Anmeldung abgegeben wird.
Customs Procedure Code: ATLAS-Codes und britischer CPC im Vergleich
Der Aufbau ist auf beiden Seiten gleich – vierstelliger Code in 1/10 plus dreistelliger Zusatzcode in 1/11. Identisch sind die Listen trotzdem nicht: Welche Kombinationen zulässig sind und welche nationalen Zusatzcodes es gibt, legt jede Zollverwaltung selbst fest. HMRC veröffentlicht die britischen Codes in eigenen Anhängen auf GOV.UK. Ein Code aus der deutschen Anmeldung (zum Beispiel aus ATLAS, in Österreich e-zoll) sollte daher nie ungeprüft in die britische CDS-Anmeldung übernommen werden.
Wo trage ich den CPC in der CDS-Anmeldung ein?
Im CDS gehört der vierstellige Verfahrenscode in das Datenelement 1/10 und der dreistellige zusätzliche Verfahrenscode in das Datenelement 1/11. Welche Felder je nach Verfahren auszufüllen sind, beschreibt HMRC in den Hinweisen zum Customs Declaration Service.
Was die aktuellen offiziellen Hinweise in der Praxis bedeuten
Für die tägliche Arbeit sollten Verfahrensregeln, Anmeldefelder und Voraussetzungen für Befreiungen direkt in den offiziellen Hinweisen geprüft werden. Maßgeblich sind hier die Europäische Kommission sowie GOV.UK / HMRC.
Worauf Sie operativ achten sollten
Die meisten Verzögerungen entstehen durch widersprüchliche Daten zwischen Handelsrechnung, Packliste, Zolltarifnummer, Referenznummern und Transportannahmen. Klären Sie vor der Freigabe der Sendung, wer für die Abfertigung verantwortlich ist, ob der Datensatz vollständig ist und wann die Anmeldung abgegeben werden muss.
Welche Unterlagen und Daten Sie vorbereiten sollten
Bevor Sie mit einer Zollagentur sprechen oder eine Anmeldung abgeben, sollte mindestens Folgendes vorliegen:
- Handelsrechnung mit vollständiger Warenbeschreibung,
- Packliste mit Mengen, Gewicht und Anzahl der Packstücke,
- HS-/KN-Code und Angaben zum Ursprung,
- EORI-Nummer und die für die Anmeldung verantwortliche Partei.
Praxistipps für Unternehmen im Verkehr mit Großbritannien
Bei regelmäßigen Sendungen lohnt sich eine feste Datenvorlage: Warenbeschreibung, HS-Code, Ursprung, Incoterms, Angaben zum Frachtführer und Ausgangsdokumente. Das verkürzt die Bearbeitungszeit und reduziert Korrekturen an der Grenze.
Häufige Fragen zum Verfahrenscode
Was ist ein Verfahrenscode in der Zollanmeldung?
Der Verfahrenscode (Customs Procedure Code, CPC) gibt an, welches Zollverfahren für die Ware beantragt wird, zum Beispiel die Überlassung zum zollrechtlich freien Verkehr, die Ausfuhr oder ein Verfahren mit Abgabenbefreiung. In der EU und im britischen CDS besteht er aus einem vierstelligen Verfahrenscode im Datenelement 1/10 und einem dreistelligen zusätzlichen Verfahrenscode im Datenelement 1/11.
Was bedeutet Verfahrenscode 4000 bei der Einfuhr?
4000 steht für die Überlassung zum zollrechtlich freien Verkehr, also die normale Einfuhr mit Zahlung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Im britischen CDS wird er zusammen mit dem zusätzlichen Verfahrenscode angegeben, etwa als 40 00 000.
Was bedeutet Verfahrenscode 1040 bei der Ausfuhr – und welcher Code gilt in der EU?
1040 ist ein Code der britischen CDS-Liste für die endgültige Ausfuhr aus dem Vereinigten Königreich (laut GOV.UK u. a. für Unionswaren oder Waren im zollrechtlich freien Verkehr). Für eine Ausfuhr aus Deutschland oder Österreich gilt dagegen die EU-Codeliste, z. B. 1000.
Sind deutsche ATLAS-Verfahrenscodes und britische CPC identisch?
Der Aufbau ist gleich: ein vierstelliger Verfahrenscode in 1/10 und ein dreistelliger zusätzlicher Verfahrenscode in 1/11. Die zulässigen Kombinationen und die nationalen Zusatzcodes legt aber jede Seite selbst fest. Für Großbritannien veröffentlicht HMRC eigene Listen auf GOV.UK, zum Beispiel nationale Zusatzcodes für 1040. Ein Code aus der deutschen Anmeldung darf daher nicht ungeprüft in die britische Anmeldung übernommen werden.
Wo trage ich den CPC in der CDS-Anmeldung ein?
Den vierstelligen Verfahrenscode im Datenelement 1/10 und den dreistelligen zusätzlichen Verfahrenscode im Datenelement 1/11. Im früheren britischen System CHIEF, das durch CDS ersetzt wurde, gab es stattdessen einen einzigen siebenstelligen CPC.
Was passiert bei einem falschen Verfahrenscode?
Ein falscher Code kann dazu führen, dass die Anmeldung abgelehnt wird, Abgaben falsch berechnet werden oder eine Vereinfachung verloren geht. Wer zum Beispiel 40 00 für die normale Einfuhr angibt, obwohl die Befreiung für Rückwaren genutzt werden soll, zahlt unnötig Zoll.
Offizielle Quellen
- Europäische Kommission: Customs procedures – Zollverfahren bei Ein- und Ausfuhr (auf Englisch)
- GOV.UK: Import goods into the UK – Waren nach Großbritannien einführen (auf Englisch)
- GOV.UK: Using the Customs Declaration Service – Hinweise zum CDS (auf Englisch)
- GOV.UK: Appendix 1: DE 1/10 – Requested and Previous Procedure Codes (auf Englisch)
- GOV.UK: Requested Procedure 10 – Permanent Export or Dispatch, inkl. 1040 (auf Englisch)
Unterstützung bei der Zollanmeldung
Sie sind sich beim Verfahrenscode für Ihre Sendung nach oder aus Großbritannien nicht sicher? Beschreiben Sie Ware, Route und geplantes Verfahren über die Kontaktseite (EN) – unser Team hilft bei Unterlagen und Ablauf. Den passenden Leistungsumfang klären Sie direkt mit dem Team.
Unterstützung bei der Ausfuhr nach UK (EN)
Hinweis: Die Informationen dienen der allgemeinen und operativen Orientierung und beruhen auf den oben genannten offiziellen Hinweisen von GOV.UK/HMRC und der Europäischen Kommission. Sie sind keine verbindliche Auskunft der Behörden und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung.