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Zolltarif · Vereinigtes Königreich

UK Global Tariff 2026: Zollsätze für Großbritannien prüfen

Der UK Global Tariff (UKGT) ist der britische Zolltarif, der seit dem 1. Januar 2021 gilt und nach dem Brexit den Gemeinsamen Zolltarif der EU ersetzt hat. Für Waren mit Ursprung in der EU, die die Ursprungsregeln des Handels- und Kooperationsabkommens (TCA) erfüllen, beträgt der Zollsatz bei der Einfuhr nach Großbritannien 0 %. Für Waren aus anderen Ländern gilt der MFN-Zollsatz (Meistbegünstigung) des UKGT. Ihren konkreten Zollsatz prüfen Sie im offiziellen UK Trade Tariff Tool (auf Englisch): Warennummer (HS-Code) eingeben und Ursprungsland auswählen.

Redaktion: easyclearance.pl (EN). Deutsche Fassung der englischen Ausgangsseite (Originalfassung veröffentlicht am 15. April 2026).

Wer Waren in das Vereinigte Königreich einführt oder aus der EU an Kunden in Großbritannien liefert, muss den aktuellen Zollsatz für Großbritannien kennen, der für seine Ware gilt. Nach dem Brexit hat das Vereinigte Königreich einen eigenen Zolltarif eingeführt – den UK Global Tariff. Wie er aufgebaut ist und wie man den richtigen Satz findet, gehört für Importeure und Exporteure im Handel mit Großbritannien zum Grundwissen. Diese Seite betrifft die Einfuhr nach Großbritannien (England, Schottland, Wales); für Nordirland gelten eigene Regeln.

Was ist der UK Global Tariff (UKGT)?

Vom Gemeinsamen Zolltarif der EU zum eigenen britischen Tarif

Bis zum 31. Dezember 2020 wandte das Vereinigte Königreich den Gemeinsamen Zolltarif der EU an – das einheitliche System von Zollsätzen, das alle EU-Mitgliedstaaten auf Einfuhren aus Drittländern erheben. Mit dem Brexit brauchte Großbritannien einen eigenen Zolltarif.

Der UK Global Tariff trat am 1. Januar 2021 in Kraft. Er orientiert sich weitgehend an den Sätzen des EU-Tarifs, enthält aber spürbare Änderungen:

  • Für viele Verbrauchsgüter (zum Beispiel Lebensmittel oder Kinderbekleidung) wurden die Sätze gesenkt.
  • Für Waren, bei denen Großbritannien eigene Produktionsinteressen hat (Stahl, Aluminium, Fahrzeuge), blieben die Sätze erhalten.
  • Für Rohstoffe und Vorprodukte, die im Vereinigten Königreich nicht hergestellt werden, wurden autonome Zollaussetzungen eingeführt.

Welche Zollsätze gibt es im UK Global Tariff?

MFN-Zollsatz (Meistbegünstigung)

Der MFN-Satz (Most Favoured Nation) ist der Regelzollsatz für Länder, mit denen das Vereinigte Königreich kein Präferenzabkommen geschlossen hat. Er ist gewissermaßen der „Standardsatz“ im UKGT und gilt unter anderem für Waren aus den USA, aus China, aus Australien (vor Inkrafttreten des Freihandelsabkommens) und aus anderen Ländern ohne Präferenzen.

Für Waren mit EU-Ursprung tritt an die Stelle des MFN-Satzes der Präferenzsatz nach dem TCA.

TCA-Präferenzsatz: 0 % Zoll für EU-Waren

Nach dem Handels- und Kooperationsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU (Trade and Cooperation Agreement, TCA), das seit dem 1. Januar 2021 gilt, sind Waren mit Ursprung in der EU oder im Vereinigten Königreich im Warenverkehr zwischen beiden Seiten vom Zoll befreit – auch für Lieferungen aus Deutschland, Österreich oder Polen.

Entscheidend sind die Ursprungsregeln. Die Ware muss im Sinne des TCA ihren Ursprung in der EU oder im Vereinigten Königreich haben, also ausreichend be- oder verarbeitet worden sein. Waren aus China oder anderen Drittländern, die in der EU lediglich umgepackt wurden, erhalten den Präferenzsatz von 0 % nicht. Mehr dazu in unserem Beitrag Zollpräferenzen im EU-UK-Abkommen.

Autonome Zollaussetzungen

Das Vereinigte Königreich kann den Zollsatz für eine bestimmte Ware (etwa einen Rohstoff oder ein Bauteil) vorübergehend aussetzen, wenn sie im Land nicht hergestellt wird und die Industrie Bedarf hat. Jedes Unternehmen kann eine solche Aussetzung beantragen. Die Aussetzungen werden regelmäßig angepasst und im UK Trade Tariff als eigener Satz angezeigt.

Zollsatz Großbritannien prüfen: das UK Global Tariff Tool Schritt für Schritt

Das offizielle Werkzeug, um britische Zollsätze zu prüfen, ist der UK Trade Tariff unter trade-tariff.service.gov.uk (auf Englisch). So gehen Sie vor:

  1. Seite aufrufen: trade-tariff.service.gov.uk öffnen.
  2. Einfuhr oder Ausfuhr wählen: Für die Einfuhr nach Großbritannien „Import into the UK“ auswählen.
  3. Warennummer oder Warenbeschreibung eingeben: Sie können einen sechsstelligen HS-Code oder englische Suchbegriffe eingeben (zum Beispiel „steel pipe“, „ceramic tile“, „wooden furniture“).
  4. Passende Nummer auswählen: Das Tool zeigt eine Liste möglicher Warennummern; wählen Sie diejenige, die Ihre Ware am genauesten beschreibt.
  5. Sätze prüfen: Angezeigt werden der MFN-Satz, der Präferenzsatz für die EU (TCA = 0 %, wenn die Ursprungsregeln erfüllt sind), etwaige Zollaussetzungen sowie Zertifikats- bzw. Genehmigungspflichten, Verbote und Beschränkungen.

Je mehr Stellen die gewählte Warennummer hat, desto genauer ist die Einreihung. Wenn Sie die Warennummer Ihres Produkts noch nicht kennen, lesen Sie unseren Beitrag Zolltarifnummer für Großbritannien finden. Bei Unsicherheit über die Einreihung können Sie bei HMRC eine verbindliche Zolltarifauskunft beantragen. Dabei handelt es sich um ein eigenes britisches Instrument (nicht die verbindliche Zolltarifauskunft der EU), das Advance Tariff Ruling (auf Englisch) heißt.

UKGT 2026: Was hat sich geändert?

Das Vereinigte Königreich überprüft seinen Zolltarif laufend im Rahmen seiner Handelspolitik. Wichtige Bereiche:

  • Agrarerzeugnisse: Die Sätze für Lebensmittel, Getränke und Tabak werden regelmäßig angepasst. Im Rahmen der Handelsabkommen mit Ländern wie Australien und Neuseeland sinken einige Sätze für Lebensmittel schrittweise.
  • Industriewaren: Für Stahl und Aluminium gelten besondere Schutzmaßnahmen – prüfen Sie die aktuellen Beschränkungen vor der Einfuhr auf GOV.UK.
  • Zollaussetzungen: Die britische Regierung nimmt regelmäßig Aussetzungen für Rohstoffe auf oder streicht sie. Die aktuelle Liste finden Sie im UK Trade Tariff.

Verlassen Sie sich deshalb nicht auf Daten, die einige Monate alt sind, sondern prüfen Sie den Satz vor jeder Einfuhr im UK Trade Tariff.

Waren mit einem MFN-Satz von 0 %

Viele Warengruppen haben im UKGT bereits einen MFN-Satz von 0 % – für sie spielt der TCA-Präferenzsatz praktisch keine Rolle, weil beide Wege bei 0 % liegen. Dazu gehören unter anderem:

  • die meisten Rohstoffe und industriellen Vorprodukte, die im Vereinigten Königreich nicht hergestellt werden,
  • Bücher und Presseerzeugnisse (HS 4901 bis 4905),
  • ausgewählte Arzneimittel und pharmazeutische Stoffe,
  • medizinische und diagnostische Geräte.

Zoll und Einfuhrumsatzsteuer in Großbritannien berechnen

Die Gesamtbelastung aus Zoll und Einfuhrumsatzsteuer (Import VAT) berechnet sich so:

  • Zollwert = Warenwert (Transaktionspreis) + Transportkosten bis zum Eingangsort im Vereinigten Königreich + Versicherung (sogenannter CIF-Wert: Cost, Insurance, Freight).
  • Zoll = Zollwert × Zollsatz des UKGT (als Prozentsatz oder als spezifischer Betrag).
  • Einfuhrumsatzsteuer = (Zollwert + Zoll) × 20 % (britischer Regelsteuersatz).

Rechenbeispiel mit einem angenommenen Satz: Sie führen Waren mit einem CIF-Wert von 5.000 £ nach Großbritannien ein. Angenommen, der MFN-Satz für Ihre Ware beträgt 5,5 %; bei EU-Ursprung nach TCA gilt 0 %.

  • Mit TCA-Präferenzsatz (EU-Ursprung): Zoll = 0 £, Einfuhrumsatzsteuer = 5.000 £ × 20 % = 1.000 £ (für umsatzsteuerlich registrierte Importeure abziehbar).
  • Mit MFN-Satz (Land ohne Abkommen): Zoll = 275 £, Einfuhrumsatzsteuer = 5.275 £ × 20 % = 1.055 £.

Das Beispiel dient nur der Rechenlogik – den tatsächlichen Satz Ihrer Ware entnehmen Sie immer dem UK Trade Tariff.

Die Einfuhrumsatzsteuer ist für im Vereinigten Königreich umsatzsteuerlich registrierte Importeure in der Regel abziehbar – die tatsächliche Belastung ist dann der Zoll, nicht die Steuer. Mehr zur Einfuhrumsatzsteuer lesen Sie in unserem Beitrag Zoll bei der Einfuhr nach Großbritannien.

TCA und Ursprungsregeln: So belegen Sie den EU-Ursprung

Um den Präferenzsatz von 0 % nach dem TCA zu nutzen, muss der britische Importeur einen Ursprungsnachweis vorweisen. Zulässig sind:

  • Erklärung zum Ursprung (Statement on Origin) auf der Rechnung: Der Erklärungstext wird direkt auf der Handelsrechnung oder einem anderen Handelspapier angebracht. Der Exporteur in der EU muss dafür im REX-System registriert oder ermächtigter Ausführer sein.
  • Kenntnis des Importeurs (Importer’s Knowledge): Der Importeur stützt den Präferenzantrag auf eigene Informationen und Unterlagen, die belegen, dass die Ware die Ursprungsregeln des TCA erfüllt.

Die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 wird im Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU nicht verwendet. Ohne ordnungsgemäßen Ursprungsnachweis zahlt der britische Importeur den vollen MFN-Satz – auch dann, wenn die Ware tatsächlich EU-Ursprung hat. Mehr dazu in unserem Beitrag EUR.1 und wann sie benötigt wird (EN).

Wie easyclearance.pl unterstützen kann

Neben dem Zoll trägt der Importeur die Kosten für die Zollabfertigung im britischen System CDS. Unser Team wickelt Einfuhren und Ausfuhren zwischen Großbritannien und der EU ab und prüft dabei Zollsätze, Warennummern und Ursprungsregeln für Ihre Ware. Ein konkretes Angebot erhalten Sie, sobald Sie die Unterlagen eingereicht haben – siehe Einfuhrabfertigung in Großbritannien (EN).

Häufige Fragen zum UK Global Tariff

Was ist der UK Global Tariff?

Der UK Global Tariff (UKGT) ist der britische Zolltarif, der seit dem 1. Januar 2021 gilt und den Gemeinsamen Zolltarif der EU ersetzt hat. Er legt die Zollsätze für Einfuhren nach Großbritannien fest: den MFN-Satz für Länder ohne Präferenzabkommen sowie Zollaussetzungen; für Länder mit Abkommen wie die EU gelten Präferenzsätze.

Wie finde ich den Zollsatz für mein Produkt in Großbritannien?

Rufen Sie trade-tariff.service.gov.uk auf, wählen Sie „Import into the UK“ und geben Sie eine Warenbeschreibung oder einen HS-Code ein. Wählen Sie die Warennummer, die Ihr Produkt am genauesten beschreibt. Das Tool zeigt den MFN-Satz, den TCA-Satz (0 % für die EU bei erfüllten Ursprungsregeln), etwaige Aussetzungen, Verbote und Zertifikats- bzw. Genehmigungspflichten. Bei Unsicherheit können Sie bei HMRC ein Advance Tariff Ruling beantragen.

Was hat sich beim UK Global Tariff 2026 geändert?

Das Vereinigte Königreich passt seinen Zolltarif laufend an – wegen neuer Handelsabkommen, Anträgen der Industrie auf Zollaussetzungen und Überprüfungen. Einige Sätze für Agrarerzeugnisse sinken im Rahmen der Abkommen mit Australien und Neuseeland schrittweise; für Stahl und Aluminium können Schutzmaßnahmen gelten. Prüfen Sie den aktuellen Satz immer vor der Einfuhr im UK Trade Tariff.

Gilt 0 % Zoll für EU-Waren?

Ja, wenn die Ware die Ursprungsregeln des TCA erfüllt und der Ursprung belegt ist – durch eine Erklärung zum Ursprung auf der Rechnung oder die Kenntnis des Importeurs (Importer’s Knowledge). Waren, die die Ursprungsregeln nicht erfüllen (etwa Produkte aus China, die in der EU nur umgepackt wurden), unterliegen dem MFN-Satz des UK Global Tariff, der von der Warennummer abhängt.

Wird für den Nullzoll eine EUR.1 benötigt?

Nein. Im Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU wird die EUR.1 nicht verwendet. Als Ursprungsnachweis dienen die Erklärung zum Ursprung auf der Rechnung oder die Kenntnis des Importeurs (Importer’s Knowledge).

Offizielle Quellen

Unterstützung bei der Zollabfertigung in Großbritannien

Sie führen Waren nach Großbritannien ein und möchten den Zollsatz, die Warennummer oder den Ursprungsnachweis prüfen lassen? Beschreiben Sie Ware, Ursprung, Route und Warenwert über die Kontaktseite (EN) – unser Team meldet sich bei Ihnen.

Einfuhrabfertigung (EN) · Kontakt über WhatsApp

Hinweis: Die Informationen dienen der allgemeinen und operativen Orientierung und beruhen auf den oben genannten offiziellen Hinweisen von GOV.UK/HMRC. Zollsätze können sich ändern – prüfen Sie den aktuellen Satz immer im UK Trade Tariff. Die Angaben sind keine verbindliche Auskunft der Behörden und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung.

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